Praxisworkshop: Bodenaufbau mit Terra Preta

1.11.2018 - 4.11.2018

ZEGG, Bad Belzig

OrienteWie alles anfing:

Als 2011 wegen der Erstellung eines B-Plans für das ZEGG die Abwasser-Entsorgung neu betrachtet wurde, fiel bei der Stadt und der UNB auf, dass unsere Pflanzenkläranlage nur eine Duldung bis 2017 hat und keine Genehmigung. Sie wird getestet und arbeitet innerhalb der Grenzwerte. Das ZEGG sollte angeschlossen werden an das Abwassernetz der Stadt Bad Belzig, und auch die eigene Versorgung mit Trinkwasser stand auf der Kippe.

Daher war unser Ziel, unsere Stickstoff- und Phosphat-Werte in unserem gereinigtem Abwasser zu senken, damit wir auch in diesen beiden Parametern besser werden, als die Kläranlage von Bad Belzig. Wären wir in allen Werten besser als die Kläranlage in Bad Belzig, würde es schwer, uns anzuschließen. Es werden vier Parameter gemessen: N (Stickstoff), P (Phosphat), CSB (Chemischer Sauerstoffbedarf) und BSB (Biologischer Sauerstoffbedarf). Bei Stickstoff und Phosphat sind wir gut, aber schlechter als die Anlage der Stadt. Bei CSB und BSB sind wir deutlich besser! 80% des Stickstoffs und 50% des Phosphats im Abwasser kommen aus dem Urin!


Leaf-mulchLokales Wertstoff-management

Die Kläranlage stark entlasten und wertvolle Rohstoffe gewinnen.

Auf der anderen Seite schien es Unsinn wichtige Pflanzennährstoffe beim Pinkeln auf WC's in aufbereitetes Trinkwasser zu tun, um diese Wertstoffe anschließend in guten Kläranlagen wieder weitgehend zu vernichten und mit dem Rest im gereinigten Abwasser Flüsse und Meere zu verschmutzen. 
Die Pflanzen brauchen genau die Nährstoffe und Mikroorganismen (Milchsäurebakterien), die wir ausscheiden und wir brauchen das, was die Pflanzen uns geben. Es ist – wie könnte es anders sein? - als perfekter Kreislaufangelegt! Terra Preta scheint am stabilsten fruchtbaren und lebendigen Boden aufzubauen. TP Böden können außerdem besser Wasser im Boden speichern, auch dadurch sind sie auch bei Trockenheit ein guter Lebensraum für all die Bodenlebewesen. 
In Zeiten des Klimawandels bieten sie eine verlässliche Methode für mehr als 1000 Jahre CO2 im Boden zu binden.


Terrapreta

Wir werden in dem Workshop sowohl Wissen vermitteln, als auch die einzelnen praktischen Schritte machen:

  • Biokohle Herstellung bei sauberer Verbrennung in einem Kon-Tiki Ofen oder Erdloch;
  • Aufladen der Biokohle mit Nährstoffen und Mikroorganismen;
  • Herstellung von Bokashi (Milchsäure-Fermentation) aus Küchenabfällen
  • Herstellung von Mikroorganismen
  • Anlegen von Kompostmieten
  • Ausbringen des fertigen Substrates
  • Am Ende des Workshops werden die Teilnehmenden in der Lage sein, selber Terra Preta Substrate herzustellen und anzuwenden.

Die ersten Resultate im ZEGG sind sehr, sehr gut, obwohl wir noch lange keine 15% aufgeladene Pflanzenkohle im Boden haben. Die Pflanzen sind groß, gesund und die Früchte schmackhaft und lagerfähig. In der Tat haben sich unsere Stickstoff- und Phosphatwerte der Kläranlage verbessert.

Kursgebühr: € 215,-

Unterkunft und Bio-Verpflegung: € 153,-
(Frühbucherrabatt 15% auf KG bei Anmeldung bis 16.10.18: € 182,75)

 

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